2. Korinther 6,11-7,4 – Beziehung zu Ungläubigen

Im Folgenden könnt Ihr die Predigt vom 27.11.2012 lesen. Dies ist das zugrundeliegende Manuskript gewesen, ich habe während der Predigt ein paar Ergänzungen vorgenommen, die ich aber nicht mehr nachgetragen habe.

Die Predigt hatte ein paar Folien, die ich via Beamer an die Wand geworfen habe. Ihr könnt sie hier finden.

Beziehung zu Ungläubigen

Eine liebevolle Ermahnung: Heiligung zur Ehre Gottes
(2. Kor. 6,11–7,4)

Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. (2. Kor. 7,1)

0 Einleitung

[Folie 1] Das Thema heute lautet Beziehung zu Ungläubigen. Der Panzer hier unten hat nichts damit zu tun, dass wir Ungläubige abschießen sollen. Als kurzes Vorwort möchte ich anmerken, [Folie 2] dass die Bibel einiges über die Verlorenheit der Ungläubigen zu sagen hat, aber uns auf keiner Seite dazu auffordert, Ungläubige zu töten oder auch nur zu bekämpfen.

Ihr werdet noch sehen, welche Bedeutung der Panzer für die Andacht bekommt. [Folie 3]

1 Liebe

Schlagt schon einmal eure Bibeln auf, wir werden heute aus 2. Korinther 6:11–7:4 lesen. Der Grund, warum ich den Text auf die Verse 1–4 aus Kapitel 7 erweitert habe, liegt darin, dass wir dann den Kontext besser verstehen.

Es wird oft gesagt, dass der zweite Korintherbrief der persönlichste Brief des Paulus ist. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, warum das so ist. Hier ist ein Beispiel.

1.1 Wir lieben Euch!

Aber bevor wir dazu kommen, diesen Text zu analysieren und auf unser Leben anzuwenden, möchte ich das Jugendteam einmal nach vorne bitten.

1.1.1 Das Jugendteam liebt diese Jugend

Zur Jugend:

Ihr bekommt jetzt eine Aufgabe: Ich werde jetzt gleich einige Worte sagen und Ihr solltet (1) gut zuhören, was ich sage und (2) darauf achten, wie dieses Jugendteam mich in diesen Worten unterstützt.

Zum Jugendteam:

Jetzt wundert Ihr Euch bestimmt, was kommt – keine Angst! Einfach nicken!

Zur Jugend:

Wir lieben Euch!

Zum Jugendteam:

Danke, Ihr dürft Euch setzen.

1.1.2 Paulus liebt die Korinther

John MacArthur findet in diesem Abschnitt 10 Kennzeichen der Liebe des Paulus zu den Korinthern. Wir als Jugendteam wollen darin wachsen, Euch so zu lieben, wie Paulus diese Korinther liebte. Lasst uns zusammen lesen; schaut einmal, wie viele Hinweise auf die Liebe des Paulus Ihr findet:

*Unser Mund hat sich euch gegenüber geöffnet, [Ehrlichkeit] ihr Korinther; unser Herz ist weit geworden. [Zuneigung] *Ihr seid nicht beengt in uns, sondern ihr seid beengt in euren eigenen Herzen. *Als Gegenleistung aber – ich rede wie zu Kindern – werdet auch ihr weit!  …  Gebt uns Raum in euren Herzen! [Gemeinschaft] Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand zugrunde gerichtet, [Reinheit] wir haben niemand übervorteilt. [Demut] *Nicht um zu verurteilen, rede ich; [Vergebungsbereitschaft] denn ich habe vorhin gesagt, dass ihr in unseren Herzen seid, um mitzusterben und mitzuleben. [Treue] *Groß ist meine Freimütigkeit euch gegenüber, [Vertrauen] groß mein Rühmen über euch; [Ruhm] ich bin mit Trost erfüllt, ich bin überreich an Freude bei all unserer Bedrängnis. [Freude] (2. Kor. 6,11–13; 7,2–4)

1.2 Beengung?

Lasst uns einen dieser Hinweise genauer ansehen:

Ihr seid nicht beengt in uns, sondern ihr seid beengt in euren eigenen Herzen. (2. Kor. 6,12)

So wie Paulus den Korinthern damals mitteilte, dass sie nicht von seinen Anweisungen beengt werden, sondern ihre eignen Herzenshaltung sie beengen, möchte ich auch heute Euch diese Botschaft mitgeben:

Wir wollen Euch nichts Böses, wir wollen Euch nicht einengen, wenn wir mit solchen Botschaften wie heute kommen, wir lieben euch!

Warum wir (auch ich) uns oft von solchen Worten eingeengt fühlen, die Paulus hier wählt, ist dies: wir sind von in unseren eigenen Herzen beengt.

Lasst uns beten!

Vater Gott, ich danke Dir, dass Du Deinen Sohn in diese Welt gesandt hast, um uns zu retten und das Du die Bibel, Dein heiliges Wort gegeben hast, damit wir im Glauben wachsen können. Aber Dein Werk ist damit nicht zu Ende: Du siehst unsere beengten Herzen, danke, dass Du Deinen Heiligen Geist senden möchtest, damit unsere Herzen geöffnet werden und wir Deine Botschaft heute Abend aufnehmen!

Aber lasst uns nun zu den Punkten für heute Abend kommen:

Gliederung

LAV-25 – das ist ein Panzer der von der kanadischen Firma General Dynamics LandSystems hergestellt wird.[1] Noch bin am überlegen, was die 25 (er hat eine 25 mm Kanone) für die heutige Predigt bedeuten soll. Aber lasst mich für die Buchstaben einmal einen Vorschlag machen. [Folie 4 einblenden.[2]]

Gehen wir einmal davon aus, dass wir Panzer brauchen, um ein Volk zu verteidigen und zu beschützen. Dann verstehen wir: diese Predigt brauchen wir genau so, um unsere Gemeinde (und damit die Ehre Gottes, wie wir sehen werden) zu schützen!

Den ersten Punkt haben wir schon gesehen: LIEBE.
Weiter geht es mit ANDERS: Wir sollen anders sein.
Und zum Schluss enden wir mit Gottes VERHEIẞUNG.

L.A.V.: Liebe, Anders, Verheißung! Ich hoffe, das könnt Ihr Euch merken. [Folie 5]

2 Anders

Liebe Korinther, liebe Jugend, nachdem Ihr von meiner Liebe zu Euch gehört habt und wisst, dass meine Worte euch nicht beengen sollen, sondern aus Liebe gesprochen sind: »Werdet auch ihr weit« (2. Kor. 6,13), öffnet Eure Herzen, nämlich für folgende Botschaft:

Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? *Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial  [d. i. der Teufel]? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? *Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.« *Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen *und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. (2. Kor. 6,14–7,1)

2.1 Das Gebot

Das Gebot ist einfach: Lasst Euch nicht mit Ungläubigen unter das selbe Joch spannen. Seid anders, lebt in Absonderung!

2.1.1 Widersprüchlichkeit?

Aber ist es wirklich so einfach? Im ersten Korintherbrief hat Paulus an die selbe Gemeinde geschrieben, dass sie »keinen Umgang mit Unzüchtigen haben« sollen (1. Kor. 5,9) und schreibt sofort danach, dass das nicht heißt, dass sie nicht mit der Welt Kontakt haben sollen, sondern sich dieser Ausspruch nur auf Christen bezieht, die es genießen, weltlich zu leben und sich trotzdem Christen nennen.

Jesus selbst gibt uns den Missionsbefehl, in die Welt hinauszugehen (Mt. 28,19-20). Und in den letzten beiden Predigten, die ich gehalten habe, ging es immer um Mission. Einmal habe ich sogar darüber geredet, dass wir die Menschen in der Welt kennen müssen (bei 1. Kor. 9).

Und gleichzeitig können wir einige Bibelstellen finden, die von einer Absonderung, von einem Anders-Sein sprechen (z. B. 1. Joh 2,15-16; Jak. 4,4; Röm. 12,2).

Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Widerspruch zu tun, aber wirklich einfach ist diese Sache nicht.

Wir könnten über das gesamte Thema reden, – dann würden wir die Punkte eventuell durch – Liebe/Absonderung/Verheißung [Folie 6] beschreiben, – aber ich möchte heute Abend nur über das »fremdartigem Joch« sprechen.

Vorher jedoch ein Zitat aus dem sehr guten und vor allem praktischen[3] Buch  Worldliness (2008) von C.J. Mahaney, Jeff Pursewell, Bob Kauflin und Dave Harvey:

Die Welt die wir nicht lieben sollen [in Bezug auf den Vers aus 1. Joh. 2,15; JH] ist das organisierte System der  menschlichen Zivilisation, welches sich aktiv gegen Gott auflehnt und von Gott entfremdet ist. Die Welt, die Gott uns verbietet zu lieben ist die gefallene Welt. (S. 26)

Aber was genau es heißt, die Welt nicht zu lieben, ist ein sehr großer Themen-Komplex. Heute zu dem Aspekt des Einjochen-Lassens:

2.1.2 Der zugrundeliegende Text

Paulus nimmt dieses Bild aus dem Alten Testament, genauer gesagt aus 5. Mose 22,10:

Du sollst nicht mit einem Rind und einem Esel zusammen pflügen.

Nur wenn wir die griechische Übersetzung des ursprünglich hebräischen Alten Testamentes kennen würden, könnten wir sehen, dass Paulus seinen Gedanken von dort erhält. Dort heißt es nämlich, dass man Rind und Esel nicht zusammen einspannen (bzw. einjochen) soll.

Was ist nun aber so ein Joch? Heutzutage müssen wir den Pflug ja nicht mehr von Ochsen ziehen lassen – und darum wissen die meisten von uns (so wie auch ich) mit einem Joch nicht mehr allzu viel anzufangen.

[Folie 7]

Rind und Esel haben »weder Wesen, Gangart noch Kraft miteinander gemein. Aus diesem Grund ist es einem solch ungleichen Paar unmöglich, den Erdboden gut zusammen durchzupflügen.« (John MacArthur, 2008)

Ich ziehe daraus, dass das Joch auch etwas über die Gleichheit der Zugtiere aussagt. Ein Punkt, den Paulus hier machen will, wird also der folgende sein:

Zieht nicht an einem Strang mit Ungläubigen, weil Ihr dadurch der Welt nicht zeigt, dass Ihr anders seid und andere Ziele habt. [Folie 8]

Wir gehen gleich noch auf die praktische Bedeutung für uns heute ein, aber erst einmal zur Begründung, die Paulus hier nutzt.

2.2 Die Begründung[4]

Was haben denn Gottes Gerechtigkeit [d. i. Gesetzes-Einhaltung] und die Gesetzlosigkeit dieser Welt miteinander zu tun? (2. Kor. 6,14a)

Wie passen Licht und Finsternis zusammen? (2. Kor. 6,14b)

Sie können nicht gleichzeitig auf gleichem Raum existieren.

Was hat Christus mit dem Teufel gemeinsam? (2. Kor. 6,15a)

Oder was verbindet einen Glaubenden mit einem Ungläubigen? (2. Kor. 6,15b)

Auch hier die Antwort: Wir sind auf Gottes Seite, Ungläubige sind (das sagt die Bibel, nicht ich!) auf der Seite des Teufels! Christus und der Teufel sind grundverschieden!

Was haben die Götzenfiguren mit dem Tempel Gottes zu tun? (2. Kor. 6,16a)

In einem Tempel Gottes stehen doch keine Götzenbilder, was wäre das für eine Blasphemie!

2.3 Die Bedeutung für uns heute

Aber was genau heißt das für uns heute? Darf ich nun keine Gruppenarbeiten mehr mit Nicht-Christen machen? Darf ich keine nicht-christlichen Freunde haben?

Dass es nicht heißt, dass wir alle Mönche werden sollen, ist schon klar. Das habe ich vorhin ja schon gesagt.

Wir könnten hier unzählige an Beispielen durchgehen. Die Bibel sagt zu vielen dieser Fragen etwas ganz Spezifisches. Andere Fragen dürfen wir gemeinsam diskutieren – und ich ermutige Euch, dass Ihr bei ganz speziellen Fragen miteinander und auch mit dem Jugendteam redet. Es ist wichtig, dass wir es ganz praktisch machen!

Aber, wenn ich hier ein konkretes Beispiel bringe, dann werden einige damit überhaupt nichts anfangen können und andere werden mit meinem Vorgehen nicht einverstanden sein.

Lasst mich einmal so viel sagen: Ich habe (viel zu wenige) wirkliche Freunde, die Nicht-Christen sind. Aber in den letzten Monaten lerne ich meine eine recht gute Freundschaft immer mehr schätzen. Und ich glaube, dass es auch wichtig ist. Wie sollten sonst die Menschen erfahren, dass Christen ihre Freundschaften anders leben?

Lasst mich also lieber das Prinzip klarstellen, welches wir alle durch diesen Abschnitt kennenlernen dürfen.

Dazu möchte ich uns drei Fragen mitgeben, die wir uns – immer wenn wir etwas mit der Welt zu tun haben – stellen sollten:

1. Bringt mich diese Sache weg von meinem Glauben an Jesus und meiner Nachfolge, verleitet sie mich vielleicht sogar zur Sünde?

Wenn unsere Freundschaften oder unser Arbeitsplatz, wenn unsere Party-Besuche oder unsere Computer-Spiele uns zur Sünde verleiten, uns anfälliger machen und unsere Glauben schwächen, dann sollten wir gut aufpassen!

2. Wirke ich durch diese Tat/Freundschaft automatisch wie ein Nicht-Christ?

Leute, diese Bibelstelle sagt überhaupt nicht explizit, dass Ihr keine nicht-christlichen Partner haben sollt. Da schaut man sich lieber im ersten Korintherbrief um, wo es heißt, dass wir frei sind, in dem Herrn zu Heiraten. Es geht viel weiter: Alle Eure Freundschaften, alle Eure wirtschaftlichen, schulischen und anderen Partnerschaften müssen sich daran messen, ob sie uns unter ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen, sodass wir wie Nicht-Christen wirken.

3. Lasse ich mich in geistlicher/spiritueller Hinsicht von Nicht-Christen beraten?

Diese Frage schein eine oft ignorierte zu sein. Aber genau so wenig wie Ochse und Esel den Boden gut pflügen können, genau so wenig passen nicht-christliche Lehre und unser christlicher Glaube zusammen. Es ist völliger Schwachsinn uns in geistlicher Hinsicht von Ungläubigen beraten zu lassen. Unsere nicht-christlichen Freunde kennen Christus nicht, wie sollten sie uns helfen können, Christus besser kennenzulernen?

Noch einmal die Fragen:

1.   Bringt mich diese Sache weg von meinem Glauben an Jesus und meiner Nachfolge, verleitet sie mich vielleicht sogar zur Sünde?

2.   Wirke ich durch diese Tat/Freundschaft automatisch wie ein Nicht-Christ?

3.   Lasse ich mich in geistlicher/spiritueller Hinsicht von Nicht-Christen beraten?

Und damit wir uns die Fragen auch wirklich merken können, möchte ich diese noch etwas anders formulieren: L–A–V  [Folie 9]

Lässigkeit: Verleitet mich diese Freundschaft dazu, lässig und leichtfertig in meinem Glauben zu werden?

Anpassung: Wirke ich durch diese Freundschaft oder Tat wie einer, der sich anpasst?

Vorschläge: Suche ich Vorschläge und Ratschläge zu Glaubensthemen und Lebensführung bei Nicht-Christen?

Und damit sind wir auch wieder bei LAV [Folie 10] und können so den Bogen zu unserem letzten Punkt für heute schließen: Welche Verheißung, welche Zusage haben wir, wenn wir anders sind? [Folie 11]

3 Verheißung

Wir haben noch ein paar Verse über. Und eigentlich haben wir noch eine Begründung ausgelassen, warum wir »nicht unter fremdartigen Joch mit Ungläubigen« gehen sollen.

[W]ir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.« *Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen *und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. 7:*Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes. (2. Kor. 6,16b-7,1)

3.1 Wozu die Verheißung?

Grammatisch gesehen ist die Verheißung eine Begründung für die Absonderung, für das Anders-Sein. Aber inhaltlich hat die Verheißung auch noch eine weitere Funktion:

Wir sollen daran erinnert werden, dass die Absonderung, das Anders-Sein nicht zuallererst unser Werk ist, sondern Gottes!

Denn wie wir zu Beginn des zweiten Korintherbriefes gelernt haben,

so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja (2. Kor. 1,20)!

In Jesus Christus ist das Ja aller Verheißungen. Ohne Jesus wird keine Verheißung erfüllt![5]


3.2 Was ist die Verheißung?

Paulus zitiert hier aus verschiedenen alttestamentlichen Stellen und richtet sich auch nicht nach deren Wortlaut, aber wir finden einige Stellen, die genau das wiedergeben, was er hier schreibt. Die Verheißung ist:

»Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.« * … Und ich werde euch annehmen *und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. (2. Kor. 6,16-18)

3.2.1 Die Verheißung ist etwas, was wir schon besitzen und doch erst in Zukunft völlig besitzen werden

»Sondert Euch ab und ich werde Euer Vater sein.« Was Gott hier sagt, ist, dass Er unser Vater sein wird, wenn wir uns absondern.

Aber wir sind doch schon Gottes Kinder, oder? Wir haben doch z. B. ein Lied, in dem wir singen »Wir sind jetzt Gottes Kinder«. Ist das jetzt falsch? Nein, natürlich nicht!

Lasst es mich so erklären: Wir sind doch gerettet, oder? Die Bibel sagt uns klar, dass wir schon errettet sind (z. B. Eph. 2,8) und doch wartet die große Rettung noch auf uns (1. Petr. 1,9; Hebr. 9,28).

Die Verheißung ist etwas, was wir schon besitzen und doch erst in Zukunft völlig besitzen werden!

Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. (1. Joh. 3,2)

Jetzt schon sind wir Gottes Kinder, doch einmal werden wir völlig die Kindschaft genießen können!

3.2.2 Die Verheißung ist etwas, was Gott tut und was wir doch selbst tun müssen

Außerdem ist die Verheißung etwas, was Gott tut und zugleich etwas, was wir selbst tun müssen.

Dieses Satz verstehen wir erst, wenn wir wissen, was Kindschaft in der Bibel oft auch implizit bedeutet.

Wir haben ein Sprichwort, welches sagt:

Wie der Vater, so der Sohn!

Und so ist es auch mit unserer Kindschaft.

Wir sind schon jetzt Gottes Kinder und die Welt sieht, dass wir zu Ihm gehören. Und doch sind wir dazu aufgefordert, anders zu sein.

Gott hat uns durch die Errettung, welche Jesus für uns am Kreuz vollbracht hat, zu seinen Kindern gemacht. Es war Gottes Werk, dass wir nun anders sind.

Und zugleich sind wir dazu aufgefordert, anders zu sein. Wir sollen Gott – als seine Kinder – widerspiegeln. Wir sollen so werden, wir unser Vater im Himmel ist.

3.2.3 Die Verheißung ist komplementär

Wir haben also gesehen, dass

Die Verheißung auf die Absonderung, auf das Anders-Sein

  1. etwas ist, was wir schon besitzen und doch erst in Zukunft völlig besitzen werden;                                                         und dass diese Verheißung
  2. etwas ist, was Gott schon getan hat und zugleich etwas ist, was wir selbst tun müssen.

Abschluss

Geliebte, da wir nun diese Verheißung haben, lasst uns in Heiligkeit leben, das heißt anders sein und so Gott auf dieser Erde widerspiegeln und Ihm die Ehre mit unserem Leben geben!

Geliebte, da wir diese Verheißung haben, lasst uns anders sein.

Amen.

Quellen

John MacArthur: 2. Korinther, Reihe: Kommentar zum Neuen Testament, CLV:2008

C. J. Mahaney: Worldliness, Multnahoma: 2008


[3] Es werden die Bereiche Medien, Musik, Besitz und Kleidung angesprochen.

[4] John MacArthur arbeitet sehr gut heraus (MacArthur, 2008), dass »mit Ungläubigen in geistlichen Dingen unter einem Joch zu stehen« »unvernünftig, gotteslästerlich, ungehorsam, nutzlos und undankbar« ist. Diese Kommentare sind definitiv lesenswert und sehr hilfreich!

[5] Dies könnte man noch drastisch erweitern. Einige Unterpunkte, warum uns diese Verheißung an das Werk Gottes erinnert, hätten auch Überschneidung mit 3.2 Was ist die Verheißung?. An dieser Stelle soll aber der Hinweis genügen! (Der Gedanke ist ja auch so recht klar – mehrere Punkte würden ihn nun noch verschleiern.)

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