Gottes Bauwerk

Predigt von Pastor Andy Mertin im ARCHE Lighthouse am 11.02.2012

„Es ist also Gottes Werk, an dem wir miteinander arbeiten, und ihr seid Gottes Ackerfeld; ihr seid Gottes Bauwerk. Weil Gott mich in seiner Gnade dazu befähigt hat, habe ich als ein kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt; andere bauen jetzt darauf weiter. Aber jeder soll sich sorgfältig überlegen, wie er die Arbeit fortführt. Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen. Dieses Fundament ist Jesus Christus. Wie nun aber jemand darauf weiterbaut – ob mit Gold, Silber, Edelsteinen, Holz, Schilfrohr oder Stroh –, das wird nicht verborgen bleiben; der Tag des Gerichts wird bei jedem ans Licht bringen, welches Material er verwendet hat. Denn im Feuer des Gerichts wird das Werk jedes Einzelnen auf seine Qualität geprüft werden. Wenn das, was jemand auf dem Fundament aufgebaut hat, die Feuerprobe besteht, wird Gott ihn belohnen. Wenn es jedoch verbrennt, wird er seinen Lohn verlieren. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur wie einer, der im letzten Augenblick aus dem Feuer gerissen wird. Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt? Wer den Tempel Gottes zerstört, zerstört sich damit selbst, weil er Gottes Gericht über sich bringt. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser heilige Tempel seid ihr.“

1Korinther 3,9-17

Paulus hatte seine liebe Not mit der jungen dynamischen, aber auch sehr unreifen Gemeinde in Korinth. Paulus bezeichnet die Christen deshalb als unmündige Kinder im Glauben, die nur Milch vertragen, aber noch keine Burger geschweige denn Steaks. Es gab, wie bereits in den vorhergehenden Predigten erwähnt, verschiedene Fan-Gruppen, die sich untereinander bekämpften. Paulus bringt hier das Thema Streitigkeiten und Uneinigkeit zum Ende und bekräftigt noch einmal, dass er als Gemeindegründer zwar die Gemeinde gepflanzt und Apollos danach durch seine eindrucksvollen Predigt- und Lehrdienste begossen hat, sie damit aber keine Rivalen, sondern Freunde sind und gemeinsam mit der Gemeinde doch einem HERRN dienen. Aber nicht ihr Dienst ist das Entscheidende, denn ihre Gaben sind ohnehin ein Geschenk der Gnade Gottes, sondern Gott allein, der das Wachstum schenkt. Das gilt auch für unser Leben, die wir an Jesus Glauben und Paulus gebraucht zwei anschauliche Bilder, die jeder verstehen konnte. Die Gemeinde oder auch der Einzelne sind Gottes Ackerland bzw. Gottes Bauwerk. Es ist also Gottes Werk, an dem wir miteinander arbeiten, und ihr seid Gottes Ackerfeld; ihr seid Gottes Bauwerk. Weil Gott mich in seiner Gnade dazu befähigt hat, habe ich als ein kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt; andere bauen jetzt darauf weiter. Aber jeder soll sich sorgfältig überlegen, wie er die Arbeit fortführt.

Auf das Fundament kommt es an!

Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen. Dieses Fundament ist Jesus Christus. Ohne eine stabile Grundlage ist ein Bauwerk, ein Haus Einsturzgefährdet, denn auf dem Fundament baut alles andere auf. Mit dem Fundament steht und fällt also alles. Erdbeben haben leider schon aufgezeigt, dass eben genau daran und auch sonst am Baumaterial gespart wurde und dann bei Erdstößen alles zusammenbrach und viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Der Volkszorn richtete sich gegen den Architekten und den Bauunternehmer!

Worauf bauen wir unser Leben auf? Kracht es bereits nach kleinen Erschütterungen wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Am Ende der Bergpredigt gebraucht Jesus ebenfalls das Bild eines Häuserbaus und stellt die Wichtigkeit des Fundaments heraus. Er stellt den Menschen den Ernst der Lage vor Augen und fordert heraus nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes Gottes zu sein. Es ist die bekannte Geschichte von den beiden Bauleuten, wobei nach einem Sturm nur das Haus dessen stehen bleibt, der auf Fels gebaut hatte, wohingegen das Haus auf Sand einstürzte (Matthäus 7,24-27). Baust du auf Sand oder Felsen? Auf Menschen, Geld, Beruf, Karriere zu bauen heißt auf Sand zu bauen. Der Fels aber ist niemand anderes als Jesus Christus. Was bzw. wen wählst du als Fundament aus? Bedenke, der Mann der auf Sand gebaut hat, wird von Jesus als Idiot bezeichnet.

Paulus hat als „Baumeister“, als die Leitungspersönlichkeit in der Gemeinde in Korinth ein gesundes und stabiles Fundament gelegt. Er wusste, worauf es für eine Gemeinde ankommt. Das Fundament ist allein Jesus – etwas anderes gibt es nicht! Schon vor Ewigkeiten hat Jesus die Grundlage für alles gelegt. „Er ist vor allem, und es besteht alles in ihm.“ (Kolosser 1,17) Jesus wurde dann von Seinem Vater unter den Menschen zum Eckstein gemacht, den aber Menschen verworfen haben (1Petrus 2,4) und für sie zu einem Anstoß, zu einem Ärgernis wurde (Römer 9,33). Viele lehnen Christus ab, ja sie ärgern sich über ihn, während andere erkennen, dass es nur auf Jesus ankommt und befehlen ihm ihr Leben an und erleben den Segen Gottes. Wer sein Leben auf Jesus gründet, der wird nicht vor Lebensstürmen bewahrt, da müssen wir alle durch, aber wer sein Leben Jesus anvertraut, der wird in den Lebenstürmen bewahrt, so dass er keinen Schaden nimmt und das Ziel bei Gott erreicht. Gott ist Halt und Trost, selbst in den schwierigsten Lebenslagen und in den Herausforderungen des Lebens.

Auf das Baumaterial kommt es an!

Wie nun aber jemand darauf weiterbaut – ob mit Gold, Silber, Edelsteinen, Holz, Schilfrohr oder Stroh –, das wird nicht verborgen bleiben; der Tag des Gerichts wird bei jedem ans Licht bringen, welches Material er verwendet hat. Denn im Feuer des Gerichts wird das Werk jedes Einzelnen auf seine Qualität geprüft werden. Wenn das, was jemand auf dem Fundament aufgebaut hat, die Feuerprobe besteht, wird Gott ihn belohnen. Wenn es jedoch verbrennt, wird er seinen Lohn verlieren. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur wie einer, der im letzten Augenblick aus dem Feuer gerissen wird.

Das Fundament steht, aber wie geht der Bau dann weiter? Den weiteren Bau kann man nicht vom Fundament abkoppeln und davon unabhängig angehen. Paulus predigte einzig und allein Christus den Gekreuzigten, das war das, was ihn und seinen Dienst ausmachte. Die Grundlage jeder Predigt, jedes Dienstes muss Christus sein. Paulus hatte die Gemeinde in Korinth gegründet und viele Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen hatten sich bekehrt. Damit aber war die Arbeit nicht getan, sie ging vielmehr erst richtig los, denn jetzt mussten die jungen noch schwachen Gläubigen weiter im Glauben unterrichtet werden, damit sie geistlich wachsen konnten und nach der Milch auch so richtiges kräftiges Essen vertragen konnten. Somit war die Arbeit des Paulus erst der Anfang des Gemeindeprojekts in Korinth. Paulus hatte das Fundament gelegt und danach investierte sich insbesondere Apollos, aber vermutlich auch Petrus und viele andere in die Gemeinde in Korinth. Viele bauten mit, aber nicht alle bauten in der richtigen Weise. Was nützt das größte und stabilste Fundament, welches man für einen riesigen Tower gebaut hat, wenn man dann darauf nur eine kleine, wackelige, baufällige Bruchbude errichtet, oder wenn man noch nicht einmal auf, sondern eher neben das Fundament baut. Das wäre alles großer Blödsinn, aber leider ist es genauso in vielen Gemeinden und entsprechend auch in Jugendgruppen.

Aus „Holz, Stroh und Schilfrohr“ kann man manchmal sogar in kürzester Zeit schnell etwas aufbauen und viele Menschen kommen zusammen. Es sind vielleicht Baumaterialien, die einfach zu verarbeiten sind, die aber keine bleibende Substanz haben. Da ist z.B. das tolle Gemeindeprogramm mit viel Unterhaltung, Action und Emotionen, oder die vollmundigen Versprechungen für Heilung und Wohlstand und ich verweise an manche Heilungsshows mit fragwürdigen Heilungsevangelisten, wo zwar viel von Heilung geredet wird, aber doch nichts passiert. Hier wird mit Stroh, aber nicht mit Gold gebaut. Geht man auf die Webseiten von namhaften Persönlichkeiten aus der christlichen Szene, dann sieht man, dass es ihnen oft nur um Heilung und Wohlstand geht. Der Mensch und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Dann gibt es auch noch die Gemeinden mit liberalen Ausrichtungen, ohne feste Leitlinien, indem man die Bibel nicht mehr so genau nimmt und man sich so sein eigenes Gottesbild bastelt. Auch hier wird mit Holz und Schilfrohr gebaut, aber nicht mit Edelstein und Silber. Wir können auf viele verschiedene Weise Gemeinde bauen, eine Jugendarbeit anpacken und viele Menschen zusammenbringen. Entscheidend ist, womit wir bauen und was dann an Frucht entsteht, bzw. was letztlich übrig bleibt. Es gibt Evangelisationen mit Tausenden von Bekehrungen, aber hinterher sieht man wenig bis gar nichts davon, denn es waren nur menschliche „Bekehrungen“ aufgrund von Emotionen, aber keine echten Wiedergeburten. Als ein Betrunkener einmal Spurgeon zulallte: „Hallo Prediger, ich bin einer von deinen Bekehrten.“, da antwortete Spurgeon: „Ja, das ist wohl war, aber keine von Gottes Bekehrten.“ Es bringt nichts, wenn Menschen nur in die Kirche rennen, ohne dass sich ihr Leben nachhaltig verändert. Man kann nicht Bekehrungen machen, wenn Gott sie nicht schenkt. Es ist sonst eine fruchtlose Arbeit. Man kann soziale Dienste und gesellschaftlich anerkannte Projekte ohne Ende tun und sich dabei aufopfern – wenn Christus dabei ausgeklammert wird, ist es umsonst.

Die Judenchristen in Korinth wandten sich wieder dem Judaismus zu und meinten auch durch das Halten der Gesetze, mit Beschneidungen, Speise- und Opfergeboten und andere Riten und Feste und Feiertage, sich das Heil erkaufen zu können. Wer seine Gerechtigkeit, seine Rechtfertigung und sein Heil noch woanders sucht, der baut nicht auf Christus. Wer nicht das Evangelium, das Wort vom Kreuz im Zentrum hat, wer falschen Lehren oder Überbetonungen folgt, der baut mit Stroh statt mit Gold.

Eines Tages kommt unweigerlich die ultimative Qualitätsprüfung durch das Feuer des Gerichts. Dann wird alles, was mit Jesus nichts zu tun hatte, was Menschenzentriert, was fleischlich war, verbrennen. Nur das, was Substanz hat, was nicht verbrennt, nämlich „Gold, Silber und Edelsteine“, also wo wirklich Jesus und das Evangelium, das Wort Gottes im Zentrum steht, das bleibt bestehen.

Diese Thematik gilt nicht nur für die Gemeinden damals wie heute, sondern auch für jeden Einzelnen. Wie bauen wir unser geistliches Haus? Ok, das Fundament steht, du gehörst zu Jesus, du wirst gerettet, aber wie sieht es in deiner Nachfolge aus? Wenn dein Leben einmal zu Ende ist, wenn du einmal vor Gott erscheinen musst, was bleibt übrig? Gleicht deine Rettung, wie jemand, der gerade noch so aus einem brennenden Haus springen konnte, bevor es zusammenstürzte? Kommst du ganz verkohlt im Himmel an, weil dein Leben alles andere, als mit wertvollen Baumaterialien bestückt war und das göttliche Feuer alles vernichtet hat. Wohlgemerkt, es geht nicht darum, dass man sich sein Heil mit Werken, mit „Gutes tun“, mit Gebet und Bibellesen etc. erkaufen muss. So ist es auch nicht mit dem „Lohn im Himmel“ zu verstehen. Jesus ist letztlich unser Lohn und wir dürfen als Kinder Gottes Erben sein, weil Jesus für uns sein Leben gab und nicht weil wir uns das verdient haben. Nein, und nochmals nein, gerettet werden wir ohne unser Zutun allein aus der Gnade Gottes, weil Gott es so wollte. Aber die Folgen eines Lebens mit Gott, die sollten schon sichtbar sein, nämlich das wir aus Liebe zu Jesus ihm dienen und Sein Kreuzestod der Inhalt unseres Lebens ist und damit auch die Leidenschaft Menschen mit dem Evangelium für Jesus zu erreichen. Wollen wir nicht mit unserem Leben Gott alle Ehre geben? Soll nicht Jesus und die Botschaft vom Kreuz im Zentrum unseres Lebens stehen? Wenn ja, dann höre auf mit „Holz und Stroh“ dein Leben zu bauen und setze stattdessen auf „Gold und Edelsteine“. Bau alleine mit Jesus und halte dich fest an Sein Wort und lebe rein und heilig für Jesus.

Wir sind Gottes heiliger Tempel!

„Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt? Wer den Tempel Gottes zerstört, zerstört sich damit selbst, weil er Gottes Gericht über sich bringt. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser heilige Tempel seid ihr.“ Unter Tempel oder auch Haus, bzw. Wohnung Gottes verstehen Menschen in der Regel besondere Bauwerke, wie Kirchen, kunstvolle Kathedralen und natürlich auch Tempelanlagen. Doch unser Vers zeigt uns, dass mit Tempel Gottes wir als Kinder Gottes gemeint sind. Die Bibel sagt (2. Chronik 2, 5; Apostelgeschichte 7, 48), dass Gott nicht in Gebäuden, die mit Händen gemacht sind wohnt, sondern in den Herzen von Menschen. Damit sind Einzelne, aber auch die weltweite Gemeinde insgesamt gemeint.

„So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist. (Epheser 2,19-22) Ohne Jesus ist man vor Gott ein Fremder und Nichtbürger. Der gottlose Mensch ist durch die Sünde absolut von Gott getrennt. Er hat keinen Zugang, keine Rechte und Ansprüche bei Gott. Sogar ganz im Gegenteil, denn der Zorn Gottes liegt auf ihm. Nur durch Jesus wird diese unüberwindbare Trennung überwunden. Der Herr versetzt uns durch Seinen stellvertretenden Opfertod in einen neuen Zustand. Als Erlöste sind wir Mitbürger der Heiligen und Mitglieder der Familie Gottes. Wir sind eine Behausung Gottes! Welche Freude, wenn man dazugehört.

In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn. Die Gemeinde ist also kein totes Gebäude, sondern lebendiger Organismus. „Lasst euch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus. (1. Petrus 2, 5) Jeder hat seinen Platz und übt seine Funktion aus. Die Gemeinde, sowie das persönliche Leben gleichen aber nicht einem perfekten Haus, sondern vielmehr noch einer Baustelle. Wir sind ja noch lange nicht fertig. Hier und da sieht man sicherlich Baufortschritte und das Bauwerk nimmt Gestalt an und doch ist vieles unfertig und voller Mängel. Doch die Arbeit geht stetig voran, denn der Baumeister ist letztlich der Heilige Geist, der die Gemeinde und die einzelnen Glieder immer mehr zubereitet. Deshalb sollten wir nicht mutlos über unseren unvollkommenen Zustand sein. Gott ist an der Arbeit und baut an unserem Lebenshaus, auch wenn es manchmal unangenehm ist. Gott verfolgt dabei einen einzigartigen Plan, denn unser Ziel ist der Himmel, um dort in ewiger Gemeinschaft mit Gott zu leben. Wenn beim Tempelbau in Jerusalem die besten Handwerker und Baumeister, die schönsten Materialien in sorgfältigster Weise bearbeiten mussten, wie viel mehr tut dies an unserem Leben der Heilige Geist. Jeder „lebendige Stein“ muss extra eingepasst werden. Jeder ist anders und wird entsprechend seiner Aufgabe liebevoll bearbeitet und so wächst der ganze Bau und einer trägt den anderen. Wir sind also auch gemeinsam ein Bauwerk zur Ehre Gottes.

Wir gehören also nicht uns selbst, sondern sind Eigentum des größten Grundbesitzers, dem der alles gemacht hat. Paulus sagt treffend: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Galater 2, 20) Wir sind ein Haus Gottes, ein heiliger Tempel! Und dieser ist nicht voller Müll wie bei einem Messie und voll gestopft mit Sachen, die von Jesus wegführen, sondern soll erfüllt sein von Gottes Herrlichkeit, erfüllt mit dem Heiligen Geist. Erinnern wir uns dabei an die Einweihung des Tempels durch König Salomo (2. Chronik 7,1-3). Die Herrlichkeit Gottes erfüllte das ganze Haus, sodass die Priester nicht hineingehen konnten. Sie gingen voller Ehrfurcht auf die Knie, mit dem Gesicht zur Erde und beteten Gott an. Schlagen wir einen Bogen von jenem Tempel aus Stein zu uns heute. Paulus schreibt: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib! (1Korinther 6, 19-20) Dieses Wissen sollte uns ganz Ehrfürchtig machen und ermahnt uns in der Heiligung (d.h. abgesondert) zu leben. Wenn wir zu Hause Besuch erwarten, dann wird geputzt, aufgeräumt, bis alles freundlich und einladend aussieht, so dass sich die Gäste wohl fühlen können. Wie viel mehr sollten wir um ein sauberes Leben bemüht sein, wenn der lebendige Gott nicht nur unser Gast, sondern der Bewohner des Hauses ist. Dieses geheiligte Leben der Kinder Gottes zeigt sich durch die Früchte des Heiligen Geistes. So wie eine hübsche, hergerichtete Wohnung ins Auge fällt, so strahlt von einem wiedergeborenen Christen aus: Freundlichkeit, Liebe, Sanftmut, Selbstbeherrschung, Friede, Freude und Geduld. Gottes Herrlichkeit wird in Seinen Kindern sichtbar – nicht nur im Tempel Jerusalems.

Aber was ist, wenn unser Leben ganz andere Züge hat? Was ist, wenn der Tempel entweiht wird, man Gott die kalte Schulter zeigt? Eine Tempelentweihung war selbst für Heiden ein großer Skandal. Paulus sagt: „Wer den Tempel Gottes zerstört, zerstört sich damit selbst, weil er Gottes Gericht über sich bringt.“ Werfen wir einen Blick in die Zeit des Königs Hiskia (2Chronik 29). Er wurde vom Herrn für eine Erweckung gebraucht. Was war passiert? Sein Vater Ahas war ein Baalsdiener und hatte im Tempel alles kurz und klein gehauen und den Gottesdienst eingestellt. Man hatte Gott den Rücken zugekehrt. Der Tempel wurde verschlossen, nachdem man die Lampen ausgelöscht hatte, gingen die Lichter buchstäblich aus. Verbunden mit einem geistlichen Niedergang erleben wir immer wieder den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niedergang. Auch zurzeit Jesu sehen wir, wie der Tempel verkam. Vermutlich hatte man zunächst gar keine böswilligen Absichten und negativen Hintergedanken. Im Gegenteil man wollte den Gottesdienst und die Abläufe verbessern, der Rahmen wurde immer perfekter und man konnte u.a. die Tiere für das Opfer gleich im Tempel kaufen. Es sollte doch alles praktisch laufen und einen reibungslosen Gottesdienst sichern. Für die jüdischen Tempelbesucher aus aller Welt war ein besonderer Service eingerichtet worden. Geldwechsler konnten jede beliebige Währung eintauschen. An alles war gedacht. Nur nicht daran, dass man den Tempel zweckentfremdete. Immer mehr schlichen sich Dinge ein, die im Tempel keinen Platz haben. Aus einem Haus der Anbetung wurde ein Einkaufszentrum. Und wir sehen wie ernst Jesus reagiert. „Und Jesus trat in den Tempel ein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Wechsler und die Sitze der Taubenverkäufer stieß er um. Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. Und es traten Blinde und Lahme in dem Tempel zu ihm, und er heilte sie.“ (Matthäus 21, 12-14) Jesus erfasste ein Eifer für das Haus Seines Vaters. Eine Aktion, die bestimmt nicht in einer sakralen Stille durchgeführt wurde, sondern, wo Jesus hart durchgriff. Alles was im Tempel nichts zu suchen hatte, trieb er heraus und danach erlebten Menschen die Kraft Gottes und wurden geheilt. Unter König Hiskia war es ähnlich. Er räumte den Tempel auf, stellte neue Geräte her, zerstörte die Opferstätten Baals und stellte den Gottesdienst wieder her und Israel erlebte eine Erweckung.

Und wie ist das bei uns ganz persönlich? Gibt es Dinge in unserem Leben, die da eigentlich nicht hingehören? Sünde und Süchte, ich denke da an dieser Stelle auch einmal ans Rauchen, an Alkohol und überhaupt an Dinge, die schädlich für unseren Körper sein können. Wir haben Verantwortung für den Tempel Gottes! Hat sich etwas eingeschlichen, was mit Gott nichts zu tun hat, was ihm ein Gräuel ist? Vielleicht sind die Lichter am ausgehen? Wo das der Fall ist, sollten wir umkehren und unser Leben mit Gott in Ordnung bringen. Wir sollten, wie ein Hiskia gegen die Sünde vorgehen und aufräumen. Und so hat unser eigenes Haus vielleicht auch einen Frühjahrsputz notwendig. Aber wie wir bereits durch das Beispiel der Tempelsäuberung gesehen haben ist es Jesus, der nicht tatenlos zuschaut, sondern selber in unserem Leben aufräumt. Er erzieht Seine Kinder und bringt sie zurecht, so dass der Tempel wieder hergestellt ist. Und manchmal ist dies auch schmerzhaft, wenn Hindernisse ausgeräumt werden. Es heißt in der Heiligung zu leben, ihr sogar nachzujagen, denn ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen. Wir selber können nicht „Heiligung“ machen, sie ist ein Werk des Heiligen Geistes, denn Gott ist der Anfänger und Vollender. Paulus sagt: „Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Jesu Christi.“ (Philipper 1,6)

Jesus ist unser Fundament und mit Jesus und Seinem Wort haben wir Baumaterialien, die unvergänglich sind. Wir sind Gottes Bauwerk, ein heiliger Tempel, ein Haus der Anbetung, erfüllt mit Seiner Herrlichkeit, zur Ehre Gottes und zum Segen für uns selbst und für andere.


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