Gott ist mit uns!

Predigt von Pastor Andy Mertin im ARCHE Lighthouse am 07.01.2012

 

„Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

Jesaja 41,10

 

Es hat Tradition, dass wir für das neue Jahr für die Jugendarbeit der ARCHE einen Bibelspruch (Jahreslosung) ziehen und dann entsprechend dazu die erste Predigt hören. Und was kann es dabei für einen besseren Zuspruch geben, als das Gott mit uns ist und wir deshalb zuversichtlich für 2012 sein dürfen.

Dieser Trost bzw. Zuspruch galt jedoch zunächst einmal Israel im alten Testament. Sie waren von vielen Feinden umgeben und sollten ihr ganzes Vertrauen allein auf ihren Gott setzen. Gleiches gilt dann aber auch für uns, egal welche Herausforderungen auch vor uns sind. Im Übrigen lautet auch einer seiner Namen Gott mit uns, nämlich Immanuel. Wenn wir unseren Bibelvers genau anschauen, dann gibt uns Gott genau genommen einen fünffachen Trost, eine fünffache Ermutigung für dieses neue Jahr.

1. Fürchte dich nicht – Gott ist mit uns!

Der HERR spricht: „Fürchte dich nicht!“ Ein Zuspruch, der sehr oft in der Bibel vorkommt und sich deshalb in unser Herz und Verstand ein brennen soll.

Politiker und Wirtschafts- und Finanzfachleute in aller Welt sind besorgt, was die Zukunft bringen wird und warnen vor negativen Veränderungen, was unsere Wirtschafts- und Finanzsysteme anbelangt. Ja, man kann Angst bekommen, besonders wenn man an frühere Zeiten denkt, wo alles bei ähnlichen Konstellationen ins Wanken geriet und dann Arbeitslosigkeit, Hunger und schließlich sogar Krieg und Chaos die Welt beherrschte, wenn wir an den 2. Weltkrieg denken. Weitere Ängste können sein der Klimawandel und überhaupt soll doch 2012 zumindest nach dem Mayakalender die Welt untergehen.

Insbesondere für uns Christen gibt es zudem Entwicklungen, die uns nachdenklich machen, denn überall auf der Welt nimmt die Verfolgung der Christen zu. Gläubige werden bedrängt, ja sogar ermordet und mehr und mehr insbesondere aus islamischen Ländern vertrieben. Aber auch in der westlichen Welt spüren wir eine gewisse Einschränkung, dass Meinungsfreiheit und Toleranz für alle gilt, nur beim Evangelium hört sie auf und man muss aufpassen, was man wie sagt, damit man nicht gemobbt, ausgegrenzt oder letztlich als Fundamentalist abgestempelt wird und in einen Topf mit islamischen Terroristen geworfen wird.

Vielleicht sind das aber alles Themen, die für dich als Jugendlicher weit entfernt sind und du dir keinen Kopf darüber zerbrichst. Dafür hast du andere Ängste und Sorgen: den Stress in deiner Familie, die Sorgen um deine schulische oder berufliche Zukunft und es gibt viele andere Dinge, wie z.B. Menschenfurcht, über die wir bei der Silvesterfreizeit intensiver gesprochen haben.

Ja, man kann in der Tat sehr unruhig werden und Angst bekommen. Jesus weiß davon und stellt fest: „In der Welt habt ihr Angst!“ Aber dann kommt noch der entscheidende Zusatz: „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Johannes 16,33). Auch der erste Trost in unserer Jahreslosung: „Fürchte dich nicht“, geht ja noch weiter und Gott erklärt, warum wir uns nicht fürchten sollen: „Denn ich bin mit dir!“

Wir stehen also nicht alleine da, sondern Gott ist mit uns! Wir brauchen, ja wir sollen uns nicht fürchten, sondern dem vertrauen, der durch Seinen Tod am Kreuz den Sieg errungen hat. Wenn auch alles um uns herum zusammenbrechen sollte, Gottes Wort, Seine Verheißungen bleiben bestehen. Wenn auch sonst keiner mit uns ist, ja vielleicht sogar alle gegen uns sind – Gott ist mit uns und zwar immer und überall! Wenn Gott mit uns ist, dann ist er auch bei uns und natürlich auch für uns. Die Bibel sagt an anderer Stelle: „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein“ (Römer 8,31) Dieses Wissen sollte uns Sicherheit und Zuversicht für die Zukunft geben und die Angst und Sorgen vertreiben. Ich denke da an kleine Kinder, die in der Dunkelheit der Nacht Angst haben und getröstet sind, wenn sie merken Mama und Papa sind da und wenn sie sich zufrieden an ihre Brust kuscheln. Das können wir auch bei unserem Papa im Himmel. Wo Gott ist, da ist Licht und wir brauchen keine Angst vor der Finsternis zu haben. „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27,1) Also, setze doch dein Vertrauen ganz auf Gott und Er wird dich nicht enttäuschen.

2. Sei nicht ängstlich – denn ER ist unser Gott!

„Sei nicht ängstlich!“, oder andere Übersetzungen sagen, „weiche nicht“, das ruft uns Gott hier als zweites zu. Wie oft verkriechen und verstecken wir uns und pflegen ein Undercoverleben als Christ. Wir sind schüchtern, unsicher und unser Glaube ist schwach. Bloß nicht auffallen, nicht anecken, am besten mit der Masse mitschwimmen. Aber ist das unsere Bestimmung? Nein! Wir sollen nicht ängstlich sein, nicht zurückweichen. Warum? „Denn ich bin dein Gott!“, bekräftigt der HERR. Der Schöpfer des Universums höchstpersönlich, der, der alles in der Hand hält und lenkt und leitet ist unser Gott, ist dein Gott! Nicht irgendeine Religionen mit falschen Göttern, nicht Materialismus, nicht Philosophien, nicht Menschen – nein, der Gott der Bibel ist allein unser Gott und nur Er ist auch der einzig wahre Gott, denn alles andere sind tote Götzen. Unser Gott ist unfassbar stark und mächtig! Seine Eigenschaften sprechen für sich, denn Er ist allmächtig, allgegenwärtig, allwissend u.v.m. Wir brauchen uns also nicht ängstlich zu verstecken, denn wir sind Kinder des Höchsten, wir sind Söhne und Töchter, Prinzen und Prinzessinnen. Uns ist damit eine unendlich große Gnade und Ehre zuteil geworden. Wir hatten aufgrund unserer Sünde die Hölle verdient, aber Gott in Seiner Gnade hat uns erwählt, neues Leben geschenkt und zu Seinen geliebten Kindern gemacht. Dies sollten wir uns vielmehr bewusst machen und wir würden anders durch die Welt gehen. Der englische Prediger Spurgeon hat dies beherzigt und sich an den Parks und Häusern der Reichen in London gefreut, weil sie doch letztlich Gott, seinem Vater und damit doch auch ihm, als Kind Gottes gehören. Er war froh, dass er die Parks und den Anblick der Villen genießen konnte, aber für die Pflege und den Erhalt dann doch die Reichen zuständig waren.

Wir sind hier auf der Erde nur Fremde, Ausländer, weil unsere wirkliche Heimat im Himmel ist. Wir gehören nicht zu dieser Welt und deshalb haben wir mitunter auch nicht so einen einfachen Stand, aber um so mehr sollten wir uns auf den Himmel freuen, denn wir können uns gar nicht ausmalen, wie schön und gewaltig unsere ewige Zukunft bei Gott sein wird. Solange wir aber noch auf der Erde sind, sind wir hier noch als Gottes Bodenpersonal gefordert. Gott hat uns dazu mit himmlischer Autorität ausgerüstet, denn wir sind Botschafter anstelle von Christus, um Menschen die wichtigste Nachricht der Welt zu bringen, nämlich, dass sie sich mit dem lebendigen Gott versöhnen müssen. (2.Krointher 5,20) Das müssen wir auch in diesem Jahr dringend tun und sollten alle Gelegenheit dazu ausnutzen, um zu evangelisieren und Jesus zu bekennen.

 3. Gott stärkt uns!

Hiermit sind wir bei der dritten Ermutigung Gottes: „Ich stärke dich!“ Wir sind schwache, zerbrechliche Menschen, wie Staub und verdorrtes Gras, sagt die Bibel und immer wieder versagen wir und liegen kraftlos und depressiv am Boden – nichts geht mehr, ohne Hoffnung und Perspektive, kein Antrieb, man ist Mut- und Kraftlos. Vielleicht hast du gerade eine persönliche Niederlage erlitten, deine Pläne sind wie Seifenblasen zerplatzt und irgendwie will nichts gelingen. Gibt nicht auf! Aber bau dabei nicht auf deine eigene verbliebene Kraft, auf dein Können und Wissen. Vor Gott sollten wir vielmehr mit unserer Kraft den Bankrott erklären und unser Selbstvertrauen, unsere Selbstsicherheit, unser Selbstwert ablegen und allein auf Gott und Seine Kraft vertrauen. Gott sagt: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2Korinther 12,9) Gott ist mit dir, er stärkt dich und richtet dich wieder auf und dabei ist diese göttliche Kraft von einer ganz anderen Qualität, als unsere begrenzte menschliche Kraft. Worauf kommt es also an? Gott sagt: „Nicht durch Heer und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!“ (Sacharja 4,6) Als Jesus zum Vater ging, hat er Seine Jünger und auch uns als Seine Nachfolger nicht alleine gelassen, sondern stattdessen den Heiligen Geist als Tröster und Beistand gesandt und die Kraft des Heiligen Geistes wirkt unter uns in großer Macht. Immer wieder dürfen wir neu Erfüllungen mit der Kraft des Heiligen Geistes erfahren. Die Kraft Gottes hat kein Ende, denn Gott hat unendliche Reserven. Wenn wir uns nur richtig die Schöpfung anschauen, dann dürften wir es nicht übersehen. Gott braucht sogar nur ein Wort zu sagen und schon geschieht es und es gibt nichts und niemand, der dieser Kraft etwas entgegensetzen könnte. Dabei geht es aber gar nicht mal so sehr um äußere Kraft, sondern vielmehr um die Stärkung unserer Seele. Denn selbst wenn der Gläubige äußerlich schwach ist und der Körper verfällt, so ist er innerlich dennoch stark und erlebt immer wieder Erneuerung, weil Gottes Kraft in ihm wirkt. Der Prophet Jesaja gebraucht hierzu einen starken Vergleich aus der Tierwelt: „Die aber auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jesaja 40,31) Also, klammer dich in deiner Schwachheit an Jesus, an das Kreuz und du wirst Seine übernatürliche Kraft erfahren und neu durchstarten können, auch in deiner scheinbar ausweglosen Situation. Feiglinge werden so zu Männern und Frauen mit Rückrat. Unsere Schwachheit lässt uns verzagen und zurückweichen, aber Gottes Verheißungen machen uns tapfer und mutig. Fühlst du dich schwach und kraftlos? Komm zu deinem Gott, der stärkt dich und gibt dir neue Kraft.

4. Gott hilft uns!

Dies ist die vierte großartige Zusage. David stellt den Segen der Hilfe Gottes heraus: „Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, dessen Hoffnung ruht auf dem HERRN, seinem Gott.“ (Psalm 146,5) Gott gibt uns nicht nur Kraft und lässt uns dann alleine weiter machen, sondern er garantiert uns: „Ich helfe dir auch!“ Die innere Stärke wird ergänzt durch äußere Hilfe! Gott sendet uns dabei andere Menschen zur Hilfe, auch seine Engel als „dienstbare Geister“, die uns helfend in schwierigen Situationen zur Seite stehen und wir haben da sicher mehr von dieser Hilfe erfahren, als wir erahnen. Aber er steht auch selbst ganz persönlich an unserer Seite und hilft uns gerade auch in den Zeiten der Not. „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke; eine Hilfe, in Nöten kräftig (bewährt) erfunden.“ (Psalm 46,2) Wie schon erwähnt, hat Gott uns den Heiligen Geist als Beistand, Tröster und auch als Hilfe gesandt. Ja, Er wohnt sogar in uns, denn wir sind ein Tempel des Heiligen Geistes und haben so eine engste Verbindung. Die Hilfe Gottes ist, wie sollte es auch anders sein, unendlich viel größer und mächtiger als alle andere Unterstützung und Hilfe. Seine Hilfe ist weise und wirksam und eigentlich mehr als nur bloße Hilfeleistung, denn er selbst trägt ja alle unsere Lasten und versorgt uns mit allem was wir brauchen. Wirkliche Hilfe kommt deshalb nur vom HERRN. Deshalb besingt David dies in einem Lied: „Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121,2)

Eine Großtante von mir ist bei einem Autounfall verblutet, weil der Krankenwagen leider nicht rechtzeitig eintraf. Seine Hilfe kommt garantiert niemals zu spät. Er weiß war wir brauchen und hat seinen Plan für unser Leben. Er hilft auf seiner Weise, zu Seiner Zeit und wir dürfen voller Freude unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, wie übrigens auch David: „Denn du bist meine Hilfe geworden und ich jubele unter dem Schatten deiner Flügel.“ (Psalm 63,8) Das Navi im Auto kann schon mal versagen und ist dann keine Hilfe, ganz im Gegenteil, aber unser Gott führt und leitet uns absolut sicher und weil er uns schon so oft Hilfe und Beistand war, haben wir Vertrauen jetzt und für die Zukunft.

5. Gott erhält uns!

Der fünfte und letzte Trost und Zuspruch Gottes ist der Wichtigste, denn dort heißt es: „Ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Unser Gott ist nicht nur mit uns und stärkt und hilft uns, er hält uns bzw. er erhält uns. In unserem HERRN haben wir eine ewige Sicherheit! Auch wenn wir alles getan haben und unsere Verantwortung vorbildlich ausgeübt haben – so nach dem Motto „Schaffet eure Seligkeit mit Furcht und Zittern“, so ist es doch letztlich der HERR unser guter Hirte, der in uns das Wollen und Vollbringen (Philipper 2,13) wirkt und uns als seine Schafe festhält. Wir kennen und lieben die Verheißung, wo Jesus den Erlösten das ewige Leben garantiert: „Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.“ (Johannes 10,28-29) In dem Film: „Cliffhanger – nur die Starken überleben“, versucht Silvester Stallone eine Freundin zu retten und hält ihre Hand fest, während sie über einem Abgrund hängt, doch er hat nicht die Kraft und sie rutscht aus seiner Hand und stürzt in den Tod. Ein schreckliches Drama, an dem er fast zerbricht.

Keine Sorge, so etwas passiert nicht bei Gott, er hält uns ganz sicher fest! Wir sind geborgen in Seiner starken mächtigen Hand – ja, in Seiner rechten Hand, wie es hier ausdrücklich heißt. Das ist Seine starke Hand, die er gebraucht, um Seinen Willen und Ratschluss durchzusetzen, um Seine Heiligkeit und Herrlichkeit aufzurichten, es ist die Hand Seiner Gerechtigkeit, mit der er Recht spricht und Gericht übt, aber auch mit der er Seine geliebten Kinder erhält, so dass sie das Ziel, den Himmel ganz sicher erreichen. Wir mögen schwach sein und Umstände, ja sogar Teufel und Dämonen mögen an uns reißen, aber der, der von Gott gehalten wird, ist in Sicherheit (Römer 8,38-39). Wir mögen schwach sein, aber Gott ist stark und hält uns. Seine Gerechtigkeit, die er am Kreuz erworben hat, als er unsere Sünde auf sich nahm und stellvertretend für uns starb, ist unsere Gerechtigkeit, so dass wir vor Gott bestehen können. So können wir zuversichtlich und fröhlich vorwärts in das neue Jahr hineingehen. Gott ist mit uns, er ist unser Gott, er stärkt uns, er hilft uns und er erhält uns. Welch ein Geschenk Seiner großen unendlichen Gnade! Wenn das kein Grund zur Freude ist!

 

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